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Für Einsteiger8 Min. Lesezeit

SAP S/4HANA Architektur einfach erklärt für Anwender (UC_FL_S42023)

3. August 2026·sapprep.de

Wenn du dich auf die SAP Foundation Level Anwenderzertifizierung (UC_FL_S42023) vorbereitest, taucht ein Themenblock auf, vor dem viele Quereinsteiger zurückschrecken: die Architektur von SAP S/4HANA. Klingt nach Technik, klingt nach Programmierung — ist aber für Anwender genau das, was es soll: verständlich.

In diesem Artikel erkläre ich dir die SAP-S/4HANA-Architektur Schicht für Schicht — direkt aus dem offiziellen SAP-Schulungsbuch S4H00 (Überblick über SAP S/4HANA, Col26), das im Zertifizierungsleitfaden als Hauptquelle für die Themenblöcke „Allgemeine Grundlagen" und „Systemweite Konzepte" referenziert ist. Du wirst danach jede Architektur-Frage in der Prüfung beantworten können — und nebenher auch im Bewerbungsgespräch souverän erklären, was dieses „S/4HANA" eigentlich ist.

Was du laut Zertifizierungsleitfaden wissen musst

Aus dem offiziellen Leitfaden UC_FL_S42023 (Version 12/2024 V24.01):

  • Buchungscode: UC_FL_S42023
  • Softwarekomponente: SAP S/4HANA 2023
  • Quellen-Bücher: Auszüge aus S4H00_26 und S4H02_26
  • 60 Fragen, 60 Minuten
  • Bestehensgrenze: 55 % | mit Auszeichnung: 75 %
  • 5 Jahre gültig
  • Hilfsmittel: keine zugelassen
  • Durchführung: Onlineprüfung bei einem SAP-Partner

Architektur-relevante Themengebiete in der Prüfung:

  • Allgemeine Grundlagen — 1-10 % der Fragen
  • Systemweite Konzepte — 1-10 % der Fragen
  • SAP Fiori — 11-20 % der Fragen (großer Block!)
  • Embedded Analytics — 11-20 % der Fragen (großer Block!)
  • Logon GUI und Steuerung — 1-10 %
  • Grundlagen Logistik — 1-10 %
  • Grundlagen Rechnungswesen — 1-10 %

Die reine „Architektur" deckt also rund 20-30 % der Prüfung ab, wenn man Fiori und Embedded Analytics dazuzählt — ein großer Block, den du gut verstehen solltest.

SAP S/4HANA in einem Satz

Aus dem S4H00-Buch (Lektion „SAP S/4HANA beschreiben"):

„Mit der SAP-S/4HANA-Familie stellt SAP eine neue Generation von Geschäftsanwendungen bereit – eine erstklassige Unternehmenssoftware für Big Data, die Sie in der digitalen Wirtschaft dabei unterstützt, Ihre Abläufe zu vereinfachen."

Das Wichtigste in dem Satz: SAP S/4HANA ist die nächste Generation der SAP-Geschäftsanwendungen — der Nachfolger von SAP R/3 und SAP ERP. Was SAP S/4HANA technisch von R/3 unterscheidet, sind drei Dinge:

  • Die In-Memory-Plattform SAP HANA als Datenbank-Grundlage
  • Eine vereinfachte, einheitliche Datenstruktur mit deutlich weniger Tabellen
  • Die SAP-Fiori-Benutzeroberfläche als modernes UX-Design

Die Schichten von SAP S/4HANA — von unten nach oben

Die SAP-S/4HANA-Architektur lässt sich in drei Schichten denken. Im S4H00-Buch wird das visuell so dargestellt: ganz unten die Plattform, darauf die Anwendung (Cloud ERP), an den Seiten die Branchenlösungen.

Schicht 1 — SAP HANA: die In-Memory-Plattform

Aus dem Buch:

„SAP HANA ist eine Plattform. Eine Plattform ist eine Kombination aus vielen Services, die Anwendungen unterstützen. Eine Plattform sollte alle von den Anwendungen benötigten Services umfassen."

Konkret: SAP HANA ist eine vollständige In-Memory-Datenbank — die Daten liegen also nicht (wie bei klassischen Datenbanken) auf der Festplatte, sondern komplett im Hauptspeicher (RAM). Das macht Datenzugriffe drastisch schneller.

SAP HANA umfasst laut Buch vier Funktionsbereiche:

  • Anwendungsentwicklung — neben der Datenbank bietet HANA auch Services, mit denen Anwendungen direkt darauf entwickelt werden (zweistufig statt klassisch dreistufig)
  • Erweiterte analytische Verarbeitung — verarbeitet auch neue Datentypen wie Text, räumliche Daten, Grafiken in Echtzeit
  • Datenintegration — Streaming-Analysen, Lesen aus Big-Data-Speichern (z.B. Hadoop), IoT-Synchronisation, eingebaute ETL-Funktionen
  • Datenbankmanagement — Spalten- und Zeilenspeicher, der gleichzeitig OLTP (Online Transaction Processing) und OLAP (Online Analytical Processing) unterstützt

Das letzte ist für Anwender besonders wichtig: Bei früheren SAP-Systemen brauchtest du zwei verschiedene Systeme — eins für tägliche Transaktionen (Buchungen, Bestellungen, OLTP) und ein separates Data Warehouse für Auswertungen (OLAP). SAP HANA macht beides in einem System gleichzeitig — und damit sind Auswertungen in Echtzeit möglich.

Schicht 2 — SAP S/4HANA: das Cloud ERP

Auf SAP HANA aufgesetzt läuft die eigentliche Geschäftsanwendung: SAP S/4HANA. Im Buch heißt es:

„SAP S/4HANA Cloud ist ERP für alle Geschäftsanforderungen – von geschäftskritischen Abläufen bis hin zu Geschäftsmodellinnovationen."

Das Cloud ERP umfasst die typischen Geschäftsbereiche, die du als Anwender bedienst:

  • Herstellen, Verkaufen, Liefern, Finanzen — die Kernprozesse
  • Kaufen, Service, Wartung, Entwicklung, Personen — die unterstützenden Prozesse

Das ist das, was du in der Logistik (Modul MM/SD/EWM) oder im Rechnungswesen (Modul FI) konkret tust — Bestellungen anlegen, Aufträge erfassen, Rechnungen buchen, Lager verwalten.

Schicht 3 — SAP Fiori: die Benutzeroberfläche

Über allem liegt die Benutzeroberfläche, mit der du als Anwender wirklich arbeitest:

„SAP Fiori ist ein Designsystem, das einheitliches Nutzererlebnis (UX) für SAP-Software auf allen Plattformen und Geräten bietet. Es ist das Kernstück der Produkterfahrung und der Designstrategie von SAP."

SAP Fiori ist also kein einzelnes Programm, sondern ein Designsystem (eine Sammlung von Regeln, wie SAP-Software aussehen und sich bedienen soll). Konkret bekommst du als Anwender:

  • Das SAP Fiori Launchpad als zentralen Einstiegspunkt — wie ein „App-Store" für deine SAP-Aufgaben
  • Rollenbasierte Bereiche und Seiten — du siehst nur die Apps, die für deine Rolle relevant sind (siehe auch unser Artikel SAP Fiori Launchpad — Anwender-Grundlagen)
  • KPI-Kacheln — Kennzahlen sofort sichtbar, ohne Auswertung starten zu müssen
  • Drilldowns — vom Überblick zu Details mit wenigen Klicks
  • Native SAP-Fiori-Apps mit eingebetteten Analysen (Embedded Analytics)

SAP BTP — die Plattform für alles drumherum

Im S4H00-Buch wird neben SAP HANA noch die SAP Business Technology Platform (BTP) als zentrales Konzept erklärt. Wichtig zu verstehen: BTP ist nicht SAP HANA. BTP ist die übergeordnete Plattform, die App-Entwicklung, Integration, Datenanalyse und intelligente Technologien (KI, ML) bündelt.

Aus dem Buch zu BTP:

„Es handelt sich um eine umfassende Lösung, die neue Geschäftsprozesse und Workflows unterstützt. Nutzt vorhandene Daten und Anwendungen, unabhängig davon, ob Sie Entwickler oder technologieversierter Geschäftsbenutzer sind."

BTP umfasst laut S4H00 vier Bereiche:

  • App-Entwicklung — Prozessautomatisierung, Low-Code/No-Code, Entwicklungsvorgänge
  • Integration — Prozess- und Datenintegration, API-geführte Integration, Ereignisintegration
  • Daten und Analysen — Datenbank, Datenmanagement, Data Warehouse, Analysen und Planung
  • Intelligente Technologien — vorgefertigte KI-Modelle, intelligente Prozesse, selbstlernende Programme

Für die Foundation-Level-Prüfung musst du nicht jeden BTP-Bereich auswendig kennen — aber du solltest verstehen: BTP ist die Plattform, auf der SAP S/4HANA und ergänzende Lösungen miteinander vernetzt werden. Es ist also die „Klebeschicht" zwischen den verschiedenen SAP-Anwendungen und externen Systemen.

Cloud, On-Premise oder Hybrid — die Bereitstellungsoptionen

SAP S/4HANA wird heute in mehreren Varianten angeboten. Aus dem Buch:

  • SAP S/4HANA Cloud, Public Edition — sofort einsatzbereites Cloud-ERP mit branchenspezifischen Best Practices, kontinuierlichen Innovationen, vorab konfiguriert. Zielgruppe: Mittelständische Unternehmen.
  • SAP S/4HANA Cloud, Private Edition — maßgeschneidertes Cloud-ERP, das sich an die einzigartige Transformation des Unternehmens anpasst. Zielgruppe: Große Unternehmen.
  • SAP S/4HANA (On-Premise) — wird auf den eigenen Servern des Unternehmens betrieben. Vollständig anpassbar, aber Wartung und Updates liegen beim Unternehmen.

Dazu gibt es zwei Programme, die SAP für die Einführung bietet:

  • GROW with SAP — für mittelständische Unternehmen, die Cloud Public Edition mit Geschwindigkeit und Planbarkeit einführen wollen
  • RISE with SAP — für große Unternehmen, die ihr bestehendes ERP-System auf KI-gestütztes Cloud-ERP modernisieren wollen (Private Edition)

Warum heißt es eigentlich „S/4HANA"?

Aus dem Buch (Abbildung 12 im S4H00 Col26): die SAP-Geschichte als Trophäen-Reihe.

  • 1979 — SAP R/2: Standardsoftware für Mainframe-Computer
  • 1992 — SAP R/3: Drei-Ebenen-Architektur (Client, Anwendung, Datenbank), grafische Oberfläche, Geburtsstunde der Client/Server-Welt
  • 2004 — SAP ERP: SOA (serviceorientierte Architektur), basierend auf SAP NetWeaver, integriert mit Internet-Standards
  • 2015 — SAP S/4HANA: komplette Neuentwicklung der Business Suite, optimiert für In-Memory-Hardware, neue Designsprache (Fiori)

Das „4" in S/4HANA bezieht sich auf die vierte Generation von SAP-Geschäftssoftware (nach R/2, R/3, ERP). Das „HANA" zeigt: diese Generation läuft ausschließlich auf SAP HANA — anders als ältere Versionen, die auf verschiedenen Datenbanken liefen (Oracle, DB2, MS SQL Server).

Stand Oktober 2023 hatten laut S4H00-Buch über 26.270 Kunden weltweit SAP S/4HANA im Einsatz — wachsend von 2.700 in 2015.

Was Anwender konkret von dieser Architektur haben

Du musst nicht programmieren können, um die Vorteile zu nutzen. Aber wenn du in der Prüfung gefragt wirst „Welche Vorteile bietet SAP S/4HANA gegenüber SAP R/3?" — diese drei Punkte sind die richtigen:

  • Echtzeit-Auswertungen — kein Warten auf Nacht-Batches mehr, weil OLTP und OLAP im selben System laufen
  • Vereinfachte Bedienung — durch SAP Fiori weniger Klicks, weniger Bildwechsel, mobile Verfügbarkeit auf allen Geräten
  • Embedded Analytics — Kennzahlen direkt im Bedien-Workflow sichtbar, nicht nur im separaten Reporting-Tool

Mit Übungsfragen vertiefen

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