Materialstammdaten in SAP S/4HANA: 7 Sichten, die du für die MM-Prüfung kennen musst
Wenn du dich mit SAP S/4HANA beschäftigst, kommst du an einem Begriff garantiert nicht vorbei: Materialstammdaten. Sie sind das Herzstück fast aller logistischen und kaufmännischen Prozesse im System.
Egal ob Einkauf, Vertrieb, Lagerverwaltung oder Buchhaltung, ohne saubere Stammdaten läuft in SAP nichts rund. Genau deshalb sind Materialstammdaten auch ein zentrales Thema in praktisch jedem SAP-Kurs und in der SAP MM-Anwenderzertifizierung (UC_MM_S42023).
In diesem Artikel bekommst du einen verständlichen Überblick: Was sind Materialstammdaten, wie sind sie aufgebaut, welche Sichten gibt es, und worauf solltest du als Anwender besonders achten?
Warum Materialstammdaten so wichtig sind
In SAP unterscheidet man zwei große Datentypen: Bewegungsdaten (Belege wie Bestellungen, Lieferungen, Rechnungen) und Stammdaten. Stammdaten sind die zentralen, dauerhaft gepflegten Informationen, auf die sich alle Bewegungsdaten beziehen.
Materialstammdaten beschreiben dabei alles, was du im Unternehmen einkaufst, lagerst, produzierst oder verkaufst, also Rohstoffe, Halbfabrikate, Fertigerzeugnisse, Handelsware oder auch Dienstleistungen.
Wenn du eine Bestellung anlegst, eine Ware einlagerst oder einen Kundenauftrag erfasst, greift SAP immer auf den Materialstamm zurück. Sind die Daten dort fehlerhaft oder unvollständig, schlägt der gesamte Prozess fehl. Deshalb gilt: Stammdaten sind die Basis für alle Logistik-Prozesse.
Was sind Materialstammdaten eigentlich?
Der Materialstamm (englisch Material Master) ist das zentrale Stammdatenobjekt für Materialien in SAP. Jedes Material, das im Unternehmen verwendet wird, bekommt einen eigenen Materialstammsatz mit einer eindeutigen Materialnummer.
Diese Materialnummer ist im gesamten Mandanten eindeutig — werks- und buchungskreisübergreifend. Das heißt: Innerhalb eines Mandanten existiert eine Materialnummer nur einmal und steht damit für genau ein bestimmtes Material.
Materialstammdaten werden in mehreren Modulen verwendet, unter anderem:
- MM (Materialwirtschaft): Einkauf, Bestandsführung, Disposition
- SD (Vertrieb): Kundenaufträge, Lieferungen, Fakturierung
- FI (Finanzwesen): Bewertung, Buchungslogik, Materialkonten
- PP (Produktion) und WM/EWM (Lager): Stücklisten, Lagerorte, Bestände
Genau weil Materialstammdaten so breit verwendet werden, sind sie nicht in einem einzigen Datenblock organisiert, sondern in Sichten (Views).
Aufbau in Sichten: Pro Bereich andere Daten
Eine Sicht (englisch View) enthält genau die Daten, die ein bestimmter Fachbereich für seine Arbeit braucht. Statt alle Informationen in einem riesigen Datensatz zusammenzuwerfen, teilt SAP den Materialstamm logisch auf.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Jeder Fachbereich pflegt nur das, was für ihn relevant ist. Der Einkauf interessiert sich für Lieferanten und Bestellabwicklung, der Vertrieb für Verkaufspreise und Lieferbedingungen, die Buchhaltung für die Bewertung. Diese Trennung sorgt für Übersicht und klare Zuständigkeiten.
Die wichtigsten Sichten im Überblick:
1. Grunddaten (Grundsicht)
Die Grunddaten sind die Basis jedes Materialstamms. Sie gelten für das gesamte Unternehmen und enthalten allgemeine Informationen wie:
- Materialkurztext (Bezeichnung)
- Basismengeneinheit (z. B. Stück, Kilogramm, Liter)
- Materialgruppe
- Bruttogewicht und Nettogewicht
- Volumen, Abmessungen
Diese Sicht muss immer angelegt werden, denn ohne Grunddaten existiert kein Material.
2. Einkaufssicht
In der Einkaufssicht steht alles, was für den Einkaufsprozess relevant ist:
- Einkäufergruppe
- Bestellmengeneinheit
- Wareneingangsbearbeitungszeit
- Steuerungsdaten für Bestellungen
Diese Sicht wird vom Einkauf gepflegt und ist Voraussetzung dafür, dass du das Material überhaupt bestellen kannst.
3. Verkaufssicht
Die Verkaufssicht (oft mehrere Teilsichten wie Vertrieb 1, Vertrieb 2, Allgemeine Werksdaten) enthält:
- Verkaufspreise und Konditionen
- Versandbedingungen
- Steuerklassifikation
- Werk und Vertriebsbereich
Erst mit der Verkaufssicht kann das Material in einem Kundenauftrag verwendet werden.
4. Lagerung 1 und Lagerung 2
Die Lagersichten beschreiben, wie und wo das Material gelagert wird:
- Lagerbedingungen, Temperaturanforderungen
- Mindestrestlaufzeit, Haltbarkeitsdaten
- Gefahrgutkennzeichen
Sie werden vor allem dann gepflegt, wenn das Material besondere Anforderungen an die Lagerung stellt.
5. Buchhaltung (Buchhaltungssicht)
Die Buchhaltungssicht ist das Bindeglied zur Finanzwelt:
- Bewertungsklasse
- Preissteuerung (Standardpreis oder gleitender Durchschnittspreis)
- Aktueller Materialpreis
- Buchungssteuerung
Ohne die Buchhaltungssicht kann SAP keine Wertbewegungen für das Material verbuchen, also keine Bestandsbewertung, keine Wareneingangsbuchung und auch keine Rechnungsprüfung.
6. Disposition (MRP)
Die Dispositionssichten (MRP 1 bis MRP 4) steuern, wie Bedarfe für das Material ermittelt und gedeckt werden:
- Dispositionsmerkmal
- Losgrößenverfahren
- Sicherheitsbestand, Meldebestand
- Planlieferzeit
Diese Sichten sind die Grundlage für die automatische Bedarfsplanung.
7. Klassifizierung
Die Klassifizierungssicht ordnet das Material einer oder mehreren Klassen mit Merkmalen zu (z. B. Farbe, Größe, technische Eigenschaften). Über diese Merkmale lassen sich Materialien später gezielt suchen und auslesen — etwa um alle Materialien mit einer bestimmten Eigenschaft zu finden. Die Klassifizierung gilt mandantenweit.
Daneben gibt es weitere fachbereichsspezifische Sichten wie Qualitätsmanagement (QM), Prognose oder die Lagerverwaltungssichten (WM/EWM). Welche davon überhaupt angeboten werden, hängt von Materialart und Branche ab — dazu gleich mehr.
Die Sichten auf einen Blick
Diese Übersicht zeigt, welche Sicht auf welcher Organisationsebene gilt und welche typischen Felder sie enthält. Eine der häufigsten Prüfungsfragen lautet sinngemäß: „Welche Daten werden auf welcher Ebene gepflegt?“
| Sicht | Organisationsebene | Typische Felder |
|---|---|---|
| Grunddaten | Mandant | Materialkurztext, Basismengeneinheit, Warengruppe, Gewicht |
| Einkauf | Werk | Einkäufergruppe, WE-Bearbeitungszeit, Bestellsteuerung |
| Disposition (MRP 1–4) | Werk | Dispositionsmerkmal, Losgröße, Sicherheitsbestand, Planlieferzeit |
| Vertrieb / Verkauf | Verkaufsorg. + Vertriebsweg | Auslieferungswerk, Steuerklassifikation, Verkaufsdaten |
| Buchhaltung / Kalkulation | Bewertungsebene (Werk od. Buchungskreis) | Bewertungsklasse, Preissteuerung, Materialpreis |
| Lagerung / allg. Werksdaten | Werk / Lagerort | Lagerbedingungen, Mindestrestlaufzeit, Gefahrgutkennzeichen |
| Lagerverwaltung (WM/EWM) | Lagernummer / Lagertyp | Lagertyp-Kennzeichen, Palettierungsdaten |
| Klassifizierung | Mandant | Klasse, Merkmale |
| Qualitätsmanagement | Werk | QM-Steuerschlüssel, Prüfeinstellungen |
Merksatz: Grunddaten und Klassifizierung gelten mandantenweit, fast alles andere ist werks- oder bereichsabhängig. Genau diese Zuordnung wird in der Prüfung gern abgefragt. Wie die Bewertung in der Buchhaltungssicht im Detail funktioniert (Standardpreis vs. gleitender Durchschnittspreis), vertiefen wir im Beitrag Materialbewertung in SAP MM.
Materialart und Branche: Die Weichensteller
Bevor du überhaupt einen Materialstamm anlegen kannst, musst du zwei zentrale Felder festlegen: die Materialart und die Branche.
Die Materialart (Material Type)
Die Materialart bestimmt die grundlegenden Eigenschaften eines Materials. Sie steuert unter anderem:
- welche Sichten überhaupt angelegt werden dürfen
- wie die Materialnummer vergeben wird (intern oder extern)
- wie das Material bewertet wird
- welche Bewegungsarten erlaubt sind
Typische Materialarten in SAP S/4HANA (laut Schulungsbuch S4500, Kapitel 4):
- Rohstoffe (ROH) – wird eingekauft, nicht verkauft
- Hilfs-/Betriebsstoffe – Materialien, die im Produktionsprozess verbraucht werden, aber nicht direkt im Endprodukt landen
- Halbfabrikate (HALB) – intern produziert, nicht direkt verkauft
- Fertigerzeugnisse (FERT) – intern produziert und verkauft
Im SAP-Standard sind weitere Materialarten verfügbar, z. B. HAWA (Handelsware) oder DIEN (Dienstleistung). Im Customizing können Unternehmen zusätzliche Materialarten definieren.
Die Wahl der Materialart ist eine Entscheidung mit Tragweite, weil sie viele weitere Eigenschaften vorbestimmt.
Die Branche (Sector)
Das Branchenfeld (englisch Industry Sector) beeinflusst, welche Sichten im Materialstamm angeboten werden. Eine Branche „Maschinenbau“ zeigt zum Beispiel andere Felder als die Branche „Pharma“ oder „Lebensmittel“.
Die Branche wird beim erstmaligen Anlegen festgelegt und kann später nicht mehr geändert werden. Das ist eine typische Stolperfalle, die dir auch in Prüfungsfragen begegnen kann.
Sichten im Customizing: Wer steuert, welche Sichten erscheinen?
Eine häufige Frage von Anwendern lautet: „Warum sehe ich bei dem einen Material andere Sichten als bei einem anderen?“ Die Antwort liegt in genau den beiden Steuergrößen, die du gerade kennengelernt hast — Materialart und Branche:
- Die Materialart steuert, welche Sichten überhaupt zum Erfassen vorgeschlagen werden. Bei einem Rohstoff (ROH) sind das andere als bei einer Handelsware (HAWA) oder einem Fertigerzeugnis (FERT).
- Die Branche steuert, welche Datenbilder in welcher Reihenfolge erscheinen und welche branchenspezifischen Felder auf den einzelnen Bildern angezeigt werden.
Beim Anlegen durchläufst du deshalb zwei Dialogfenster: Im ersten („Sichtenauswahl“) markierst du die gewünschten Sichten, im zweiten gibst du die Organisationsebenen an (Werk, Lagerort, Vertriebsbereich). Erst danach erscheinen die eigentlichen Datenbilder.
Welche Sichten eine Materialart vorschlägt, welche Felder Muss-, Kann- oder Anzeigefelder sind und in welcher Reihenfolge die Bilder erscheinen, wird im Customizing über die Bild- und Feldauswahlsteuerung festgelegt. Für die Anwenderzertifizierung musst du dieses Customizing nicht selbst einrichten — du solltest aber wissen, dass Materialart und Branche genau diese Steuerung übernehmen. Das ist ein beliebter Prüfungs-Klassiker.
Praxisbeispiel: Material anlegen — Transaktion MM01 oder Fiori-App
In SAP S/4HANA gibt es zwei zentrale Wege zur Pflege von Materialstammdaten:
- Klassische SAP GUI: Transaktionen
MM01(anlegen),MM02(ändern),MM03(anzeigen) - SAP Fiori: Apps wie „Material anlegen", „Material anzeigen" in der Kachelgruppe „Materialstamm"
Beide Wege schreiben in dieselben Tabellen — du wählst, was zu deinem Arbeitsumfeld passt. Die Fiori-Apps sind in S/4HANA der moderne Standardweg, MM01 funktioniert weiterhin parallel.
So legst du als Anwender ein neues Material in SAP S/4HANA an:
Schritt 1: Pflege-Tool starten
Du startest entweder die App „Material anlegen" im Fiori Launchpad oder gibst im SAP-Befehlsfeld /nMM01 ein. Das Einstiegsbild öffnet sich.
Schritt 2: Materialnummer und Branche festlegen
Du trägst (sofern keine interne Nummernvergabe greift) eine eindeutige Materialnummer ein, wählst die Branche, zum Beispiel „Maschinenbau“, und die Materialart, zum Beispiel HAWA für Handelsware.
Schritt 3: Sichten auswählen
Im nächsten Bild zeigt dir SAP eine Liste aller verfügbaren Sichten. Du wählst genau die Sichten aus, die du für deinen Geschäftsprozess brauchst, zum Beispiel:
- Grunddaten 1
- Einkauf
- Allgemeine Werksdaten / Lagerung 1
- Buchhaltung 1
Tipp: Lege nur die Sichten an, die du tatsächlich benötigst. Du kannst jederzeit später mit MM01 weitere Sichten ergänzen.
Schritt 4: Organisationsebenen pflegen
SAP fragt dich nach den passenden Organisationsebenen, etwa Werk, Lagerort oder Vertriebsbereich. Mehr dazu gleich.
Schritt 5: Daten in den Sichten erfassen
Jetzt füllst du die Pflichtfelder in jeder Sicht aus, also Materialtext, Mengeneinheit, Bewertungsklasse, Preissteuerung und so weiter. Pflichtfelder erkennst du am Markierungssymbol.
Schritt 6: Speichern
Nach dem Speichern bestätigt SAP die Anlage mit der Materialnummer. Ab sofort kann das Material in den entsprechenden Prozessen verwendet werden.
Material später erweitern
Du musst nicht alle Sichten auf einmal anlegen. Mit MM01 (bzw. der App „Material anlegen“) rufst du eine bereits vorhandene Materialnummer erneut auf und ergänzt zusätzliche Sichten oder ein weiteres Werk. SAP legt dann keinen zweiten Satz an, sondern erweitert den bestehenden Materialstamm um die neuen Daten — so wird zum Beispiel ein bisher nur eingekauftes Material zusätzlich für den Vertrieb nutzbar gemacht.
Organisationsebenen des Materialstamms: Mandant, Werk, Lagerort
Materialstammdaten gibt es nicht nur „global". Viele Daten sind an Organisationsebenen gebunden — also an die Stellen im Unternehmen, an denen das Material tatsächlich verwendet wird.
Laut SAP-Schulungsbuch (Abbildung 48 in S4500) sind die drei zentralen Organisationsebenen für den Materialstamm:
Mandantenebene (Allgemeine Daten)
Auf Mandantenebene liegen Daten, die für alle Konzernunternehmen, Werke und Lager des Mandanten gelten. Beispiele:
- Materialnummer und Materialkurztext
- Warengruppe
- Basismengeneinheit und Bestellmengeneinheit
- Mindestrestlaufzeit
Diese Daten werden einmal gepflegt und gelten dann unternehmensweit.
Werksebene
Das Werk ist die zentrale Organisationseinheit in der Logistik (Produktionsstätte, Distributionszentrum oder Lagerstandort). Auf Werksebene werden gepflegt:
- einige Einkaufsdaten und Bestandsführungsdaten
- Materialbewertung und Bewertungsklasse
- Dispositions- und Prognosedaten
- Bearbeitungszeit für den Wareneingang
- Einkäufergruppe
Das gleiche Material kann in Werk 1000 und Werk 2000 also unterschiedlich bewertet oder unterschiedlich disponiert werden.
Lagerortebene
Innerhalb eines Werks gibt es einen oder mehrere Lagerorte. Auf Lagerortebene werden Daten wie Lagerplatz oder Kommissionierbereich gepflegt. Wenn du Bestände buchst, geschieht das immer auf der Ebene Werk + Lagerort.
Weitere Ebenen für andere Fachbereiche
Für Vertriebsdaten sind zusätzlich Verkaufsorganisation und Vertriebsweg relevant — diese werden in den Vertriebssichten gepflegt. Für die Lagerverwaltung kommen Lagernummer und Lagertyp dazu. Diese sind aber nicht die primären Organisationsebenen des Materialstamms, sondern fachbereichsspezifische Erweiterungen.
Diese Logik ist wichtig: Beim Anlegen und Pflegen ist immer entscheidend, für welche Organisationseinheit du gerade Daten erfasst.
Welche Tabellen stecken hinter den Sichten?
Technisch landen die Sichten in verschiedenen Datenbanktabellen — und die folgen genau der Organisationsebenen-Logik von oben. Für die Anwenderzertifizierung musst du die Tabellennamen nicht auswendig können (das Schulungsbuch S4500 behandelt sie nicht). Wer die Zuordnung aber einmal gesehen hat, versteht sofort, warum manche Daten mandantenweit und andere pro Werk gelten:
| Tabelle | Inhalt | Organisationsebene |
|---|---|---|
MARA | Allgemeine Materialdaten (Grunddaten) | Mandant |
MAKT | Materialkurztexte (je Sprache) | Mandant |
MARC | Werksdaten (Einkauf, Disposition) | Werk |
MARD | Lagerort-/Lagerbestandsdaten | Lagerort |
MBEW | Materialbewertung (Preis, Bewertungsklasse) | Bewertungsebene |
MVKE | Vertriebsdaten | Verkaufsorg. + Vertriebsweg |
MLGN / MLGT | Lagerverwaltungsdaten (WM) | Lagernummer / Lagertyp |
Die Materialnummer (Feld MATNR) ist der Schlüssel, der alle diese Tabellen verbindet — sie ist im gesamten Mandanten eindeutig, also werks- und buchungskreisübergreifend.
Mehr zu den Modulen, in denen der Materialstamm verwendet wird, findest du auf unseren Modulseiten SAP MM und im SAP-Glossar.
Warum Materialstammdaten in der SAP-Prüfung so wichtig sind
Materialstammdaten sind ein Pflichtthema in praktisch jeder SAP-Anwenderzertifizierung mit Logistikbezug. Besonders relevant sind sie bei der SAP MM-Anwenderzertifizierung (UC_MM_S42023).
Im offiziellen Themenkatalog macht der Bereich Stammdaten typischerweise 11–20 Prozent der Prüfung aus, je nach Zuschnitt. Das ist ein erheblicher Anteil, und die Fragen sind oft sehr konkret.
Typische Prüfungsschwerpunkte:
- Welche Sichten gibt es und welche Daten enthalten sie?
- Welche Materialart hat welche Eigenschaften?
- Welche Daten gelten mandantenweit, welche werkspezifisch?
- Was steuert die Materialart?
- Welche Transaktion brauchst du wofür (MM01, MM02, MM03)?
Auch in der SAP Foundation Level (FL)-Prüfung sind Stammdaten ein wiederkehrendes Thema. Wenn du verstehst, wie der Materialstamm aufgebaut ist und wofür er verwendet wird, hast du schon einen großen Teil der prüfungsrelevanten Logik abgedeckt.
Eine detaillierte Übersicht zum Prüfungsablauf findest du in unserem Beitrag SAP MM-Prüfung: Ablauf der UC_MM_S42023. Mehr Hintergrund zur Foundation-Prüfung findest du auf der Modulseite SAP FL.
Häufige Fehler und Stolperfallen
Aus der Praxis und aus unzähligen Übungsfragen kennen wir die typischen Stolperfallen rund um den Materialstamm. Behalte sie im Hinterkopf, sowohl für die Prüfung als auch für deine spätere Arbeit:
1. Sichten verwechseln
Viele Anwender wissen nicht genau, welche Daten in welcher Sicht stehen. Klassische Fehlerquelle: Bewertungsdaten werden in der Buchhaltungssicht erwartet, nicht in der Grundsicht.
2. Werks- und Mandantendaten verwechseln
Grunddaten gelten mandantenweit, viele andere Sichten sind werkspezifisch. Das ist ein beliebter Fragentyp in Prüfungen: „Welche der folgenden Daten werden pro Werk gepflegt?“
3. Branche nachträglich ändern wollen
Die Branche wird einmal beim Anlegen festgelegt und kann nicht mehr geändert werden. Wer das vergisst, steht später vor einer mühsamen Neuanlage.
4. Sichten unvollständig anlegen
Wenn die Buchhaltungssicht oder die Einkaufssicht fehlt, kannst du das Material nicht in den jeweiligen Prozessen verwenden. SAP wirft dann eine Fehlermeldung wie „Material ist im Werk XYZ nicht angelegt“.
5. MM01, MM02 und MM03 verwechseln
Klingt banal, ist aber in Prüfungsfragen ein beliebter Klassiker. Merke dir die Logik: 01 = anlegen, 02 = ändern, 03 = anzeigen. Diese Systematik findest du auch bei vielen anderen SAP-Stammdatentransaktionen, zum Beispiel im Kreditorenstamm.
6. Materialnummer als nicht eindeutig betrachten
Die Materialnummer ist im gesamten Mandanten eindeutig. Sie kann nicht zweimal vergeben werden, auch nicht in unterschiedlichen Werken oder Buchungskreisen.
Fazit
Materialstammdaten sind das zentrale Stammdatenobjekt in SAP S/4HANA. Sie bilden die Grundlage für Einkauf, Vertrieb, Lager, Disposition und Buchhaltung und sind damit eines der wichtigsten Themen für jeden SAP-Anwender.
Wenn du verstehst, wie der Materialstamm in Sichten aufgebaut ist, welche Rolle Materialart und Branche spielen, und wie die Organisationsebenen Werk, Lagerort und Vertriebsbereich zusammenhängen, hast du schon einen großen Vorsprung, sowohl in der täglichen Arbeit als auch in der Prüfung.
Stammdaten sind kein „lästiges Beiwerk“. Sie sind der Grund, warum SAP funktioniert.
Bereit für die Prüfung?
Du bereitest dich auf die SAP MM-Anwenderzertifizierung (UC_MM_S42023) vor? Auf sapprep.de hast du 278 prüfungsnahe Übungsfragen mit Erklärungen, mit Themenschwerpunkt Stammdaten (11–20 % der Prüfung).
Die ersten 15 Fragen kannst du kostenlos testen: https://app.sapprep.de/demo
So findest du heraus, wo du schon sicher bist und welche Themen du in den letzten Wochen vor deiner Prüfung noch wiederholen solltest.
Offizielle Quelle
Die Inhalte dieses Artikels beziehen sich auf die offizielle SAP-Zertifizierung (UC_MM_S42023). Den verbindlichen, aktuellen Stand – Prüfungsaufbau, Themen und Voraussetzungen – findest du direkt bei SAP:
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