sapprep.deJetzt starten →
Module10 Min. Lesezeit

SAP HCM Personalmaßnahmen — Einstellung, Org-Wechsel und Austritt richtig durchführen

24. Mai 2026·sapprep.de

SAP HCM Personalmaßnahmen — Einstellung, Org-Wechsel und Austritt richtig durchführen

Wenn in deinem Unternehmen ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird, jemand die Abteilung wechselt oder austritt, läuft das in SAP HCM nicht über einen einzelnen Datensatz, sondern über eine Personalmaßnahme. Sie ist der zentrale Vorgang, der mehrere Infotypen in einer festen Reihenfolge zusammenfasst und so komplexe Personalprozesse strukturiert.

In diesem Artikel lernst du: was eine Personalmaßnahme ist, welche Standardmaßnahmen es gibt, wie Funktions- und Statuskennzeichen wirken und was dynamische Maßnahmen sind. Genau diese Themen sind in der SAP HCM Zertifizierung (UC_HCM_for_S4) ein Klassiker.

Was ist eine Personalmaßnahme?

Eine Personalmaßnahme ist eine Abfolge von Infotypen, die der Sachbearbeiter zur Abbildung eines Personalprozesses in einer festgelegten Reihenfolge pflegt. Statt einzelner Klicks durch viele Pflegemasken führt SAP HCM ihn Schritt für Schritt durch alle relevanten Infotypen.

Typisches Beispiel: Eine Einstellung erfordert Daten zur Person (IT 0002), Anschrift (IT 0006), organisatorische Zuordnung (IT 0001), Sollarbeitszeit (IT 0007), Basisbezüge (IT 0008), Bankverbindung (IT 0009) und viele weitere. Statt diese einzeln in PA30 anzulegen, ruft der Sachbearbeiter die Einstellungsmaßnahme auf — SAP HCM zeigt automatisch alle relevanten Infotypen in der richtigen Reihenfolge an.

Wo werden Personalmaßnahmen gespeichert?

Jede durchgeführte Maßnahme wird im Infotyp 0000 (Maßnahmen) dokumentiert. Dieser Infotyp hat Zeitbindung 1 — es kann immer nur ein gültiger Satz existieren. Das passt zur Logik: Ein Mitarbeiter ist zu jedem Zeitpunkt entweder aktiv, ruhend, pensioniert oder ausgetreten — niemals zwei davon gleichzeitig.

Die Transaktion PA40

Die zentrale Transaktion für alle Personalmaßnahmen ist PA40. Sie zeigt eine Liste der konfigurierten Maßnahmenarten — beispielsweise:

  • Einstellung
  • Organisatorischer Wechsel (z.B. Versetzung in eine andere Abteilung)
  • Austritt
  • Wiedereinstellung
  • Familienänderung
  • Gehaltsänderung

Der Sachbearbeiter wählt die passende Maßnahme, gibt das Beginn-Datum ein und arbeitet sich dann durch die Infotyp-Reihenfolge, die für diese Maßnahme im Customizing definiert ist.

Warum nicht alles über PA30?

Über PA30 — Personalstamm pflegen könnte man theoretisch auch alle Infotypen anlegen. Aber:

  • Die Reihenfolge wäre nicht standardisiert — wichtige Infotypen könnten vergessen werden.
  • Konsistenzregeln greifen nicht (z.B. wird bei der Einstellung der Arbeitszeitanteil aus IT 0007 automatisch als Vorschlagswert in IT 0008 vererbt).
  • Statusänderungen (z.B. STAT2 von 0 auf 3 = „aktiv") werden bei PA40 automatisch korrekt gesetzt.

Kurz gesagt: PA30 ist für gezielte Änderungen einzelner Infotypen, PA40 für komplette Personalprozesse.

Funktionszeichen — was die Maßnahme tut

Im Customizing einer Maßnahme wird ein Funktionszeichen hinterlegt. Es steuert, wie das System die Maßnahme verarbeitet:

  • Funktionszeichen 1 — Ersteinstellung: Der Mitarbeiter wird neu im System angelegt. Eine Personalnummer wird vergeben, alle Infotypen sind leer.
  • Funktionszeichen 7 — Ersteinstellung mit Datenübernahme aus der Personalbeschaffung: Wie 1, aber die Daten aus dem Bewerberstamm (Adresse, Qualifikationen etc.) werden automatisch als Vorschlagswerte in den neuen Mitarbeiterstammsatz übernommen.
  • Funktionszeichen 0 — Alle anderen Maßnahmen: Organisatorischer Wechsel, Austritt, Gehaltsänderung, etc.

In der Prüfung wird gerne nach genau diesen Funktionszeichen gefragt — vor allem nach der Bedeutung von 7 (Datenübernahme PB → PA).

Statuskennzeichen — wie sich der Mitarbeiterstatus ändert

Eine Personalmaßnahme verändert in der Regel den Status eines Mitarbeiters. SAP HCM kennt drei Statusfelder im Infotyp 0000:

STAT1 — Kundenindividueller Status

Frei definierbar im Customizing. Hier können unternehmensspezifische Statuswerte hinterlegt werden (z.B. „in Probezeit", „nach Probezeit").

STAT2 — Beschäftigungsstatus

Das wichtigste Feld. Es kennt vier Werte:

  • 0 — ausgetreten: Der Mitarbeiter hat das Unternehmen verlassen. In der Abrechnung nicht mehr berücksichtigt (außer für Rückrechnungen).
  • 1 — ruhend: Mitarbeiter gehört noch zum Unternehmen, ist aber beurlaubt (z.B. Mutterschutz, unbezahlter Urlaub, Wehrdienst).
  • 2 — pensioniert: Mitarbeiter ist im Ruhestand.
  • 3 — aktiv: Der Normalzustand. Mitarbeiter arbeitet und wird voll abgerechnet.

STAT3 — Sonderzahlungsstatus

Steuert spezielle Lohnartenentscheidungen, z.B. bei Sonderzahlungen.

Wenn du eine Maßnahme „Austritt" durchführst, setzt das System STAT2 automatisch auf 0. Bei einer „Wiedereinstellung" wieder auf 3. Diese Logik ist im Customizing der Maßnahme hinterlegt.

Standardmaßnahmen und ihre Bedeutung

SAP HCM liefert eine Reihe von Standardmaßnahmen aus. Die wichtigsten:

  • Einstellung: Neuer Mitarbeiter, Funktionszeichen 1 oder 7, STAT2 → 3.
  • Organisatorischer Wechsel: Mitarbeiter wechselt Planstelle, Abteilung oder Personalbereich. STAT2 bleibt 3.
  • Austritt: Mitarbeiter verlässt das Unternehmen. STAT2 → 0.
  • Wiedereinstellung: Ehemaliger Mitarbeiter kommt zurück. STAT2 → 3.
  • Gehaltsänderung: Anpassung der Basisbezüge.
  • Familienzuwachs: Neues Kind im IT 0021. Wird oft als ergänzende Maßnahme erfasst.
  • Vorruhestand / Pensionierung: STAT2 → 2.

Maßnahmengrund — das „Warum"

Zu jeder Maßnahme musst du einen Maßnahmengrund pflegen — er dokumentiert, warum diese Maßnahme durchgeführt wurde. Beispiele für die Maßnahme „Austritt":

  • Kündigung durch Mitarbeiter
  • Kündigung durch Arbeitgeber
  • Tod des Mitarbeiters
  • Vertragsende (Befristung)
  • Ruhestand

Diese Gründe sind später für Statistiken und Personalcontrolling wichtig. Es muss mindestens ein Grund pro Maßnahme im Customizing gepflegt sein — ein einzelnes Leerzeichen reicht aber technisch aus.

Dynamische Maßnahmen — wenn SAP automatisch reagiert

Manchmal soll die Pflege eines bestimmten Feldes automatisch weitere Aktionen auslösen. Genau dafür gibt es dynamische Maßnahmen. Beispiele:

  • Wenn im Infotyp 0002 (Daten zur Person) der Familienstand auf „verheiratet" geändert wird, soll das System automatisch den Infotyp 0021 (Familie) zum Pflegen anbieten, damit die Daten des Ehegatten erfasst werden.
  • Wenn die Anzahl der Kinder im IT 0002 von 1 auf 2 erhöht wird, soll automatisch ein neuer Eintrag im IT 0021 angelegt werden.

Dynamische Maßnahmen werden im Customizing der Personaladministration konfiguriert. Sie laufen automatisch vom System ab — im Gegensatz zu persönlichen Maßnahmen, die der Sachbearbeiter manuell über PA40 startet.

Eine typische Prüfungsfrage: „Welche Aussage zu dynamischen Maßnahmen ist korrekt?" Die richtige Antwort: Sie werden automatisch vom System ausgelöst, wenn bestimmte Bedingungen in Infotypen erfüllt sind.

Ergänzende Maßnahmen — mehrere Maßnahmen am selben Tag

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter am selben Tag zwei Maßnahmen erhält? Zum Beispiel: ein Mitarbeiterkreis-Wechsel und Familienzuwachs. Der Infotyp 0000 (Maßnahmen) hat Zeitbindung 1 — es kann nur ein gültiger Satz pro Stichtag existieren.

Die Lösung: Der Infotyp 0302 — Ergänzende Maßnahmen. Hier werden alle weiteren Maßnahmen eines Tages dokumentiert. Der Hauptinfotyp 0000 enthält die „führende" Maßnahme (z.B. den Mitarbeiterkreis-Wechsel), und die ergänzenden Maßnahmen werden im IT 0302 protokolliert.

So bleibt einerseits die Zeitbindung 1 für den Status eines Mitarbeiters konsistent, andererseits gehen keine Maßnahmen-Informationen verloren.

Infogroups — was bei welcher Maßnahme gepflegt wird

Welche Infotypen bei welcher Maßnahme angezeigt werden, ist über Infogroups im Customizing definiert. Eine Infogroup ist eine Liste von Infotypen mit der jeweiligen Operation:

  • INS (Insert) — Anlegen: Neuen Datensatz erzeugen.
  • COP (Copy) — Kopieren: Existierende Werte als Vorschlag übernehmen.
  • MOD (Modify) — Ändern: Existierenden Satz überschreiben.
  • DEL (Delete) — Löschen: Datensatz physisch entfernen.
  • LIS9 — Abgrenzen: Endedatum eines Satzes setzen.
  • DIS (Display) — Anzeigen: Nur lesen, nicht ändern.

So legt die Infogroup einer Einstellungsmaßnahme typischerweise die Reihenfolge fest: erst IT 0000 (Maßnahmen) anlegen, dann IT 0001 (Org. Zuordnung), dann IT 0002 (Daten zur Person), dann IT 0006, IT 0007, IT 0008 und so weiter.

Prüfungsrelevanz

Personalmaßnahmen sind im Bereich Personaladministration verortet, der über 20 Prozent der UC_HCM-Prüfungsfragen ausmacht. Typische Prüfungsfragen:

  • Mit welcher Transaktion wird ein neuer Mitarbeiter eingestellt? (PA40)
  • Welches Funktionszeichen wird für eine Ersteinstellung mit Datenübernahme aus der Personalbeschaffung verwendet? (7)
  • Welcher Wert im STAT2 bedeutet „aktiver Mitarbeiter"? (3)
  • Welche Zeitbindung hat der Infotyp Maßnahmen (0000)? (Zeitbindung 1 — nur ein gültiger Satz auf einmal)
  • Wo werden zusätzliche Maßnahmen am selben Tag dokumentiert? (Infotyp 0302 — Ergänzende Maßnahmen)
  • Welche Aussage zu dynamischen Maßnahmen ist korrekt? (Sie werden automatisch vom System ausgelöst)

Fazit

Personalmaßnahmen sind der zentrale Vorgang in der SAP HCM Personaladministration. Wer die wichtigsten Standardmaßnahmen, die Funktions- und Statuskennzeichen, den Unterschied zwischen persönlichen und dynamischen Maßnahmen sowie die Rolle der Infotypen 0000 und 0302 sicher beherrscht, ist für einen großen Teil der UC_HCM-Prüfung gut vorbereitet.

Für die gezielte Vorbereitung empfehlen wir das SAP HCM Modul auf sapprep.de mit 300 simulierten Übungsfragen — vielen davon zu Personalmaßnahmen, Infotyp-Steuerung und Customizing, mit detaillierten Erklärungen aus den offiziellen SAP-Schulungsunterlagen (HR305).

👉 Jetzt 15 Fragen kostenlos testen oder direkt das HCM-Modul ansehen.

Bereit, dich zu testen?

Starte kostenlos mit 15 echten SAP-Prüfungsfragen — kein Login, kein Risiko.

Bereit, die SAP® Prüfung anzugehen?

Über 1.571 simulierte Übungsfragen für FL, FI, MM & SD — mit Erklärungen, Timer und Prüfungssimulation.

Wenn dir das geholfen hat

Bekomm Bescheid, wenn der nächste Beitrag online ist — neue YouTube-Videos, Lernmaterialien und Demo-Fragen. Max. 1–2 Mails pro Monat.

Du erhältst eine Bestätigungs-E-Mail. Erst nach Klick darin bist du eingetragen. Datenverarbeitung gemäß Datenschutzerklärung.