SAP HCM Infotypen verstehen — Das wichtigste Konzept der Personaladministration
SAP HCM Infotypen verstehen — Das wichtigste Konzept der Personaladministration
Wenn du dich auf die SAP HCM Zertifizierung (UC_HCM_for_S4) vorbereitest, kommst du an einem Konzept nicht vorbei: dem Infotyp. Ob es um Personalstammdaten, Zeitwirtschaft oder Personalabrechnung geht — Infotypen sind das zentrale Strukturelement im SAP HCM. Wer Infotypen versteht, hat schon einen Großteil der Personaladministration verstanden.
In diesem Artikel bekommst du einen klaren Überblick: was Infotypen sind, wie sie aufgebaut sind, welche Subtypen es gibt, was Zeitbindungen bedeuten und welche Infotypen du für die Prüfung wirklich kennen musst.
Was ist ein Infotyp?
Ein Infotyp ist im SAP HCM ein logisch zusammenhängender Block von Personaldaten zu einem bestimmten Thema. Die Daten eines Mitarbeiters werden im System nicht in einer einzigen großen Tabelle gespeichert, sondern thematisch aufgegliedert. Jeder dieser Themenblöcke ist ein Infotyp.
Beispiele:
- Der Infotyp 0001 — Organisatorische Zuordnung hält Buchungskreis, Personalbereich und Planstelle eines Mitarbeiters.
- Der Infotyp 0002 — Daten zur Person enthält Vor- und Nachnamen, Geburtsdatum und Familienstand.
- Der Infotyp 0006 — Anschriften speichert Privatadressen, Notfalladressen und Heimatadressen.
Im SAP HCM ist jeder Infotyp durch einen vierstelligen numerischen Schlüssel identifiziert. Diese Nummerierung ist standardisiert: Infotypen 0000–0999 sind für Personalstammdaten, 2000–2999 für Zeitwirtschaftsdaten und 4000–4999 für Bewerberdaten reserviert.
Warum überhaupt Infotypen?
Der Infotyp-Ansatz hat drei wesentliche Vorteile gegenüber einer einzelnen großen Tabelle:
- Zeitabhängigkeit: Jeder Datensatz hat ein Gültigkeitsdatum (von–bis). So bleibt die Historie eines Mitarbeiters lückenlos nachvollziehbar — alte Anschriften, frühere Gehälter und vergangene Org-Zuordnungen bleiben im System erhalten.
- Modularität: Du pflegst nur die Infotypen, die für deinen Mitarbeiter relevant sind. Ein 450-Euro-Aushilfsjob braucht andere Infotypen als ein Außendienstmitarbeiter mit Firmenwagen.
- Berechtigungen: Über Infotypen lassen sich Zugriffsrechte fein steuern. Ein Sachbearbeiter darf vielleicht Adressdaten pflegen, aber nicht die Basisbezüge sehen.
Die wichtigsten Infotypen für die UC_HCM-Prüfung
Du musst nicht alle 250+ Standard-Infotypen auswendig kennen. Aber eine Handvoll Infotypen kommt in der Prüfung garantiert dran. Hier die wichtigsten:
Personalstammdaten (0000–0999)
- 0000 — Maßnahmen: Dokumentiert alle Personalmaßnahmen wie Einstellung, organisatorischer Wechsel, Austritt. Beschäftigungsstatus (STAT2) wird hier geführt: 0 = ausgetreten, 1 = ruhend, 2 = pensioniert, 3 = aktiv.
- 0001 — Organisatorische Zuordnung: Das Herzstück. Buchungskreis, Personalbereich, Personalteilbereich, Kostenstelle, Planstelle und Mitarbeitergruppe/-kreis. Wird über die Planstelle aus dem Organisationsmanagement vererbt.
- 0002 — Daten zur Person: Personenbezogene Stammdaten: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Familienstand, Geschlecht, Konfession.
- 0006 — Anschriften: Mehrere Adressarten möglich (über Subtypen): Privatadresse, Notfalladresse, Heimatadresse, etc.
- 0007 — Sollarbeitszeit: Die Verbindung zwischen Mitarbeiter und Arbeitszeitplan. Enthält Arbeitszeitplanregel, Status Zeitwirtschaft und durchschnittliche Arbeitsstunden pro Tag/Woche/Monat.
- 0008 — Basisbezüge: Tarifart, Tarifgebiet, Tarifgruppe, Beschäftigungsgrad. Hier liegen die Gehaltsbestandteile als Lohnarten (Tarifgehalt, Zulagen).
- 0009 — Bankverbindung: Hauptbankverbindung für die Gehaltsüberweisung.
- 0014 — Wiederkehrende Be- und Abzüge: Regelmäßige Zahlungen, die nicht zum Grundgehalt gehören (z.B. monatlicher Sachbezug für Firmenwagen).
- 0015 — Ergänzende Zahlungen: Einmalige Zahlungen wie Bonus, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld.
- 0024 — Qualifikationen: Fähigkeiten und Kenntnisse des Mitarbeiters. Wichtig für die Personalentwicklung (Profilvergleich).
- 0044 — Sozialversicherung: SV-relevante Stammdaten wie Krankenkasse und Versicherungsnummer.
Zeitwirtschaftsdaten (2000–2999)
- 2001 — Abwesenheiten: Urlaub, Krankheit, Heiratsfreistellung. Wird mit einer Abwesenheitsart kategorisiert.
- 2002 — Anwesenheiten: Anwesenheitsarten wie Mehrarbeit, Dienstreise, Seminar/Kurs — also Anwesenheitszeiten, die nicht der normale Bürotag sind.
- 2003 — Vertretungen: Wer vertritt wen wann.
- 2006 — Abwesenheitskontingente: Verfügbare Urlaubstage, Gleitzeitguthaben.
- 2010 — Entgeltbelege: Manuell erfasste Zeitlohnarten.
- 2011 — Zeitereignisse: Kommen/Gehen-Buchungen aus dem Zeiterfassungsterminal.
Subtypen — die zweite Ebene
Manche Infotypen brauchen eine feinere Unterteilung. Bei Anschriften (0006) gibt es nicht nur eine Adresse, sondern mehrere Adressarten: Privatadresse, Notfalladresse, Heimatadresse, Arbeitgeberadresse. Genau dafür gibt es Subtypen.
Ein Subtyp ist eine Untergliederung eines Infotyps und besitzt eine eigene Eingabemaske mit fachspezifischen Feldern. Über Subtypen können mehrere Sätze desselben Infotyps gleichzeitig gültig sein, ohne dass sich die Datensätze überschneiden.
Typische Beispiele:
- 0006 Anschriften → Subtypen: 1 = Heimadresse, 2 = Notfalladresse, 4 = Heimatadresse, 5 = Postadresse.
- 0021 Familie / Bezugsperson → Subtypen für Ehegatte, Kind, Vater, Mutter — jeder Subtyp führt eine eigene Historie.
- 2001 Abwesenheiten → Subtypen für Urlaub, Krankheit, unbezahlte Abwesenheit etc.
Zeitbindungen — wie viele Sätze sind erlaubt?
Für jeden Infotyp ist im Customizing eine sogenannte Zeitbindungsklasse festgelegt. Sie steuert, wie viele Sätze eines Infotyps zu einem Stichtag gleichzeitig gültig sein dürfen.
Zeitbindung 1 — Pflicht, einer auf einmal
Es muss jederzeit genau ein gültiger Satz existieren. Lücken sind nicht erlaubt, Überschneidungen ebenfalls nicht. Klassiker: Infotyp 0000 (Maßnahmen) und Infotyp 0001 (Organisatorische Zuordnung) — ein Mitarbeiter ist immer entweder aktiv, ruhend, pensioniert oder ausgetreten. Niemals dazwischen oder beides.
Zeitbindung 2 — Optional, einer auf einmal
Es kann ein Satz existieren, muss aber nicht. Wenn einer existiert, ist er eindeutig und überschneidet sich nicht. Lücken sind erlaubt. Beispiel: Infotyp 0009 (Bankverbindung) — nicht jeder Mitarbeiter braucht zwingend einen Eintrag.
Zeitbindung 3 — Optional, mehrere parallel
Es können mehrere Sätze parallel gültig sein, auch mit Überschneidungen. Lücken sind erlaubt. Beispiel: Infotyp 0021 (Familie / Bezugsperson) — du kannst gleichzeitig einen Ehegatten und mehrere Kinder als Bezugspersonen führen.
Bearbeitungsmöglichkeiten
SAP HCM bietet mehrere Wege, Infotypsätze zu bearbeiten:
- Anlegen: Erzeugt einen neuen Datensatz. Wenn schon ein Satz für den Zeitraum existiert, wird er bei Zeitbindung 1 automatisch abgegrenzt.
- Kopieren: Wie Anlegen, übernimmt aber Werte aus einem bestehenden Satz. Praktisch, wenn sich nur wenige Felder ändern.
- Ändern: Überschreibt einen bestehenden Satz. Vorsicht: Bei Zeitbindung 1 verlierst du damit die Historie — nutze besser Anlegen oder Kopieren, wenn die Änderung ein neuer Sachverhalt ist.
- Abgrenzen: Setzt das Endedatum eines Satzes. Beendet z.B. eine zeitbefristete Zulage.
- Löschen: Entfernt einen Satz physisch aus dem System. Sollte nur in Ausnahmefällen genutzt werden — bricht die Historie.
Die Historie wird beim Anlegen, Kopieren und Abgrenzen erhalten. Beim Ändern dagegen wird der bestehende Satz überschrieben. Das ist ein gerne gefragtes Prüfungsthema.
Die zentralen Transaktionen
Im Alltag arbeitest du mit drei Haupttransaktionen rund um Infotypen:
- PA20 — Personalstamm anzeigen: Reine Anzeigetransaktion. Hier siehst du, was zu einem Mitarbeiter gespeichert ist, ohne Änderungen vorzunehmen.
- PA30 — Personalstamm pflegen: Die Standardtransaktion für Änderungen an einzelnen Infotypen. Adresswechsel, Bankverbindungsänderung, Zulagen-Pflege — all das läuft über PA30.
- PA40 — Personalmaßnahmen: Für komplexe Vorgänge wie Einstellung, Austritt oder organisatorischen Wechsel. Hier werden mehrere Infotypen in einer festgelegten Reihenfolge nacheinander gepflegt.
- PA70 — Schnellerfassung: Einen einzigen Infotyp für viele Mitarbeiter gleichzeitig pflegen. Praktisch für jährliche Gehaltsanpassungen oder Bonuszahlungen.
- PA10 — Personalakte: Zeigt alle Infotypen eines Mitarbeiters in einer übersichtlichen Akte.
Warum Infotypen prüfungsrelevant sind
Im offiziellen Leitfaden zur UC_HCM_for_S4 entfällt über 20 Prozent der Fragen auf den Bereich Personaladministration. Davon dreht sich ein Großteil um Infotypen — ihre Nummern, ihre Bedeutung und ihre Pflege. Typische Prüfungsfragen sind:
- Welcher Infotyp speichert die organisatorische Zuordnung? (0001)
- Mit welcher Transaktion ändert man die Anschrift eines Mitarbeiters am effizientesten? (PA30)
- Welche Bearbeitungsfunktionen erhalten die Historie? (Anlegen, Kopieren, Abgrenzen)
- Welcher Wert im Beschäftigungsstatus (STAT2) bedeutet „aktiver Mitarbeiter"? (3)
- Welche Zeitbindung hat der Infotyp Maßnahmen (0000)? (Zeitbindung 1)
Fazit
Infotypen sind das Fundament der Personaladministration in SAP HCM. Wer die wichtigen 10–15 Infotyp-Nummern, das Subtypen-Konzept und die Zeitbindungen sicher beherrscht, hat einen großen Teil der UC_HCM-Prüfung schon im Sack.
Für den nächsten Schritt empfehlen wir, gezielt mit prüfungsähnlichen Fragen zu üben. Im SAP HCM Modul auf sapprep.de findest du 300 simulierte Übungsfragen — viele davon zu Infotypen, Subtypen und ihren Eigenschaften, mit detaillierten Erklärungen aus den offiziellen SAP-Schulungsunterlagen.
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