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SAP HCM Lohnarten — Aufbau, Steuerung und Kontierung in der Personalabrechnung

MBAutor: Mario Bahunek — SAP-zertifizierter Trainer
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Jede einzelne Zahl auf einer Gehaltsabrechnung — vom Grundgehalt über die Schichtzulage und das Urlaubsgeld bis hin zum geldwerten Vorteil für den Firmenwagen — ist im SAP-System nichts anderes als eine Lohnart. Lohnarten sind das Atom der Personalabrechnung: Sie tragen Beträge, Mengen, Zeiteinheiten und vor allem die Steuerungsinformationen, ohne die ein Abrechnungslauf nichts berechnen, kumulieren oder buchen könnte. Wer die SAP HCM Zertifizierung (UC_HCM_for_S4) anstrebt, kommt an einem soliden Verständnis der Lohnartenstruktur nicht vorbei.

Dieser Artikel zeigt dir, wie Lohnarten in SAP HCM aufgebaut sind, welche Tabellen ihr Verhalten steuern, wie Verarbeitungs- und Kumulationsklassen den Abrechnungsfluss bestimmen und wie aus einer Lohnart am Ende eine Buchung im Hauptbuch wird. Am Schluss findest du sieben Beispielfragen im Stil der Anwenderzertifizierung, mit denen du dein Wissen direkt prüfen kannst.

Was ist eine Lohnart in SAP HCM?

Eine Lohnart ist der wesentliche Strukturbaustein der gesamten Personalwirtschaft. Sie ist ein vierstelliger Schlüssel (z.B. 1010 für Tarifgehalt, 2010 für Mehrarbeit, 4000 für Urlaubsgeld), an dem das System alle abrechnungsrelevanten Eigenschaften eines Be- oder Abzugs hängt: Wer darf die Lohnart bekommen? Ist sie ein Bezug oder ein Abzug? Trägt sie einen Betrag, eine Anzahl oder beides? Wird sie steuerpflichtig kumuliert? In welchem Infotyp darf sie überhaupt eingegeben werden?

Lohnarten können auf zwei Wegen in die Abrechnung gelangen. Erstens durch direkte Erfassung in Mitarbeiter-Stammdaten — beispielsweise im Infotyp 0008 (Basisbezüge) für das monatliche Tarifgehalt, im Infotyp 0014 (Wiederkehrende Be- und Abzüge) für eine monatliche Essenszulage oder im Infotyp 0015 (Ergänzende Zahlungen) für eine einmalige Bonuszahlung. Zweitens werden Lohnarten während des Abrechnungslaufs generiert, etwa technische Lohnarten für Zwischensummen, Brutto-Netto-Differenzen oder gesetzliche Abzüge.

Die Lohnarten-Typen: Primär, Sekundär und Muster

SAP HCM unterscheidet zwei Hauptkategorien von Lohnarten, plus eine dritte Sonderform für Auslieferungs-Vorlagen. Diese Trennung ist prüfungsrelevant, weil sie über den Schlüsselaufbau und die Pflegbarkeit entscheidet.

TypErkennungsmerkmalZweckBeispiel
Primärlohnart (Dialoglohnart)Beginnt mit einer Ziffer (1000–9999)Kundenspezifische, manuell oder über Stammdaten erfasste Be- und Abzüge1010 Tarifgehalt, 2010 Mehrarbeit, 0030 Zulage
Sekundärlohnart (technische Lohnart)Beginnt mit Schrägstrich „/"Wird vom System während des Abrechnungslaufs gebildet, nicht in Stammdaten gepflegt/101 Gesamtbrutto, /559 Überweisungsbetrag
MusterlohnartBeginnt mit einem Buchstaben (M, B, …)SAP-Auslieferungsvorlage zum Kopieren auf eigene KundenlohnartenMA10 Tarifgehalt (Muster), MM10, MM20

Die Regel lautet: Kundenlohnarten müssen mit einer Ziffer beginnen, Musterlohnarten beginnen mit einem Buchstaben, und Sekundärlohnarten werden über den Schrägstrich erkannt. Eigene Lohnarten legt man im SAP-System niemals von Hand an, sondern kopiert sie über den Lohnartenkopierer aus dem Musterlohnartenkatalog (typischer Einstieg: Tabelle V_T52DZ über die Pflegeaktion „Kopieren — Musterlohnarten auf Kundenlohnarten"). Dabei werden alle zugehörigen Tabelleneinträge — Eigenschaften, Zulässigkeit, Bewertungsregeln — automatisch mitgezogen. Ohne den Kopiermechanismus müsste man Dutzende von Konfigurationstabellen einzeln pflegen.

Ergänzend dazu fasst SAP fachlich ähnliche Lohnarten in Lohnartengruppen zusammen. Lohnartengruppe 0008 enthält alle Lohnarten für Basisbezüge, 0014 die wiederkehrenden Be- und Abzüge, 0015 die ergänzenden Zahlungen. Wichtig: Eine Lohnart, die keiner Lohnartengruppe zugeordnet ist, taucht im Customizing-Pfad gar nicht erst auf — sie ist faktisch unsichtbar.

Die Tabelle T512W — Steuerung jeder Lohnart

Das Herzstück der Lohnartensteuerung ist die Tabelle T512W („Lohnartenbewertung"). Sie hält für jede Lohnart und jede Ländergruppierung die abrechnungsrelevanten Attribute fest. Parallel speichert die Tabelle T512T die sprachabhängigen Lohnartentexte — also die Bezeichnungen, die der Sachbearbeiter in den Infotypen sieht.

In T512W stecken alle Schalter, die der Abrechnungstreiber während eines Laufs liest. Dazu gehören insbesondere:

Feldgruppe in T512WWirkung
GültigkeitszeitraumAb- und Bis-Datum, in dem die Lohnart aktiv ist (z.B. ab 01.01.2026)
OperationskennzeichenDefiniert, ob die Lohnart ein Bezug (+) oder ein Abzug (-) ist
EingabekombinationSteuert, ob ein Betrag, eine Anzahl, eine Zeiteinheit oder beides erfasst wird
Minimal-/MaximalbetragBegrenzt die zulässige Höhe der Lohnart
ÜberschreibbarkeitOb ein indirekt bewerteter Wert manuell überschrieben werden darf
Verarbeitungs-, Kumulations-, BewertungsklassenDie zentralen Steuerflags für den Abrechnungslauf
Modul Indirekte BewertungModulname (z.B. TARIF, PRZNT) und Modulvariante für die automatische Wertermittlung

Eine weitere Schlüsseltabelle ist T511 für die Lohnartenmerkmale — und die Tabelle T511IV_M für kundenindividuelle Module der indirekten Bewertung. Wer in einer Klausur die Frage „In welcher Tabelle pflege ich die Eigenschaften einer Lohnart?" liest, sollte ohne Zögern T512W antworten.

Direkte und indirekte Bewertung — wo kommt der Betrag her?

Eine Lohnart braucht einen Wert. Diesen Wert kann sie auf zwei Wegen bekommen — und der Unterschied ist klausurrelevant.

Bei der direkten Bewertung trägt der Sachbearbeiter den Betrag manuell im Infotyp ein. Beispiel: Im Infotyp 0015 wird eine einmalige Sonderzahlung von 500,00 EUR direkt erfasst. In den Lohnarteneigenschaften ist keine indirekte Bewertung definiert.

Bei der indirekten Bewertung ermittelt das System den Betrag selbstständig aus einer hinterlegten Bewertungstabelle. Der Sachbearbeiter muss also nichts eintippen — und bei einer Tariferhöhung zieht der Stammsatz automatisch nach, ohne dass eine Massenänderung notwendig wird. Diese Form der Bewertung lässt sich in mehreren Stammdaten-Infotypen nutzen, insbesondere im Infotyp 0008 für die monatlichen Basisbezüge, im Infotyp 0014 für wiederkehrend zu zahlende Be- oder Abzüge sowie im Infotyp 0015 für einmalige ergänzende Zahlungen.

Gesteuert wird die indirekte Bewertung über einen Modulnamen und eine Modulvariante in den Lohnarteneigenschaften. Die wichtigsten Module:

  • TARIF — holt den Betrag aus der Tariftabelle T510. Als Schlüssel dienen dabei die Felder Tarifart, Tarifgebiet, Tarifgruppe und Tarifstufe, die aus dem Infotyp 0008 gezogen werden. Welche dieser Felder beim Zugriff zwingend gefüllt sein müssen, hängt von der gewählten Modulvariante ab — und davon stellt SAP insgesamt vier Ausprägungen bereit, die sich darin unterscheiden, ob die Lohnart selbst, die Tarifgruppe oder die Tarifstufe als Schlüsselbestandteil verwendet wird.
  • PRZNT — berechnet einen prozentualen Wert auf Basis anderer Lohnarten (typisch für eine 10 %-Zulage auf das Tarifgehalt).
  • SUMME — bildet eine Summe aus Basis-Lohnarten zur weiteren Bewertung.
  • ARBPL — Bewertung über Planstellendaten aus dem Organisationsmanagement.

Die Modulvariante steuert dabei den genauen Tabellenzugriff, also welche Felder als Schlüssel gelesen werden. Wer schon einmal eine Tariferhöhung in einem produktiven SAP-System ausgerollt hat, weiß: Ohne indirekte Bewertung über Modul TARIF wäre das eine Albtraum-Massenaktion.

Verarbeitungsklassen, Kumulationsklassen, Bewertungsklassen

Drei Klassentypen entscheiden, was der Abrechnungstreiber mit einer Lohnart anstellt. Sie sind in T512W als Reihen von Einzelziffern hinterlegt — pro Klasse ein Wert von 0 bis 9 — und werden im Abrechnungsschema von Operationen wie VWTCL ausgelesen.

KlasseAnzahlFunktionTypische Frage in der Abrechnung
Verarbeitungsklassebis zu 99 verfügbarSteuert, wie der Abrechnungstreiber die Lohnart in einem konkreten Verarbeitungsschritt behandelt„Wird diese Lohnart bei der Rückrechnung berücksichtigt?"
Kumulationsklassebis zu 30Legt fest, in welche Summenlohnarten (z.B. Gesamtbrutto /101, Steuerbrutto, SV-Brutto) der Betrag einfließt„Ist die Lohnart steuerpflichtig? Sozialversicherungspflichtig?"
Bewertungsklasse1 Feld (0–9)Klassifiziert die Lohnart für die Kontenfindung beim Buchungslauf„Auf welches symbolische Konto wird gebucht?"

Ein praktisches Beispiel: Die Lohnart „Urlaubsgeld" muss steuerpflichtig sein (Kumulationsklasse für Steuerbrutto = 1), in das Gesamtbrutto einfließen (Kumulation /101 = 1), bei der Rückrechnung mitlaufen (eine bestimmte Verarbeitungsklasse ist gesetzt) und über die Bewertungsklasse einem Personalaufwandskonto zugeordnet werden. Stimmt nur eines dieser Flags nicht, kommt es zu falschen Brutto-Summen oder Buchungsfehlern.

Die Verarbeitungsklassen sind dabei die feinste Steuerebene. Sie sagen dem Schema-Treiber Dinge wie: „Diese Lohnart wird im Soll/Ist-Vergleich berücksichtigt", „diese Lohnart wird beim Austritt eines Mitarbeiters rückrechnungsfähig fortgeschrieben" oder „diese Lohnart erzeugt einen zusätzlichen Splitt nach Kostenstelle".

Die Kumulationsklassen entscheiden, in welchen Summenbildungen die Lohnart auftaucht. Klassisch ist die Kumulation in das Gesamtbrutto /101, in das Steuerbrutto, in das SV-Brutto und in zusätzliche kundenspezifische Summen.

Die Bewertungsklasse schließlich ist der Anker zur Buchhaltung und der Übergang zum nächsten Kapitel.

Zulässigkeit: Wer darf welche Lohnart bekommen?

Nicht jede Lohnart darf für jeden Mitarbeiter und nicht in jedem Infotyp erfasst werden. Ein Stundenlohnzuschlag gehört nicht auf einen AT-Angestellten, eine Tarifzulage nicht zu einem Geschäftsführer. Die Zulässigkeit von Lohnarten regelt das System über drei Dimensionen:

  • Zulässigkeit pro Infotyp — über eine Zulässigkeitstabelle wird bestimmt, in welchen Infotypen (0008, 0014, 0015, 0057 Mitgliedschaften, 0083 Abgeltung Urlaubsansprüche, 2010 Entgeltbelege) eine Lohnart auftauchen darf.
  • Mitarbeiterkreisgruppierung für Primärlohnarten (Personalstruktur) — gruppiert Mitarbeiter nach ihrer Personalstruktur (z.B. Gruppe 1 = Stundenlöhner und Aushilfen, Gruppe 3 = Angestellte und Auszubildende). Pro Gruppierung wird dann festgelegt, welche Lohnarten zulässig sind.
  • Personalteilbereichsgruppierung für Primärlohnarten (Unternehmensstruktur) — gruppiert Personalteilbereiche analog, sodass die Zulässigkeit auch nach Standort oder organisatorischer Einheit steuerbar ist.

Im Zulässigkeitsbild von T512W stehen pro Lohnart zwei Zehnerblöcke (Mitarbeiterkreisgruppierung 0–9 und Personalteilbereichsgruppierung 0–9). Jeder Eintrag kennt drei Zustände: leer = unzulässig, 1 = zulässig, 2 = zulässig mit Warnung. Ergänzend regelt die Eingabehäufigkeit, wie oft dieselbe Lohnart innerhalb einer Abrechnungsperiode auftauchen darf. Im Infotyp 0008 ist es technisch ausgeschlossen, dieselbe Lohnart mehrfach zu hinterlegen — der Stammsatz für die Basisbezüge lässt pro Lohnart nur einen Eintrag zu. Im Infotyp 0015 dagegen können mehrere Sätze derselben Lohnart parallel gepflegt werden, etwa wenn in einem Monat zwei separate Sonderzahlungen ausgezahlt werden sollen.

Kontierung: Wie Lohnarten ins Hauptbuch gelangen (symbolische Konten)

Nach dem Abrechnungslauf entstehen pro Mitarbeiter zahlreiche Lohnart-Ergebnisse in der Ergebnistabelle RT. Diese müssen in die Finanzbuchhaltung (FI) und das Controlling (CO) überführt werden. SAP nutzt dafür den Buchungslauf, der die Lohnart-Beträge nicht direkt auf Sachkonten bucht, sondern den Umweg über symbolische Konten nimmt. Das ist ein zentraler Prüfungspunkt — und ein häufiger Stolperstein.

Der Kontierungsfluss läuft in drei logischen Schichten:

  1. Lohnart → Symbolisches Konto. Über die Bewertungsklasse und die zugehörige Verarbeitungsklasse für die Buchung wird jeder Lohnart ein symbolisches Konto zugeordnet (z.B. „Gehälter", „Steuern", „SV-Arbeitgeberanteil"). Die symbolischen Konten sind länderübergreifend definiert und abstrahieren die Buchhaltung von der HR-Sicht.
  2. Symbolisches Konto → Sachkonto (Hauptbuchkonto). In einer separaten Customizing-Tabelle wird jedem symbolischen Konto das tatsächliche Sachkonto des FI-Kontenplans zugeordnet — je nach Kontenfindungsregel auch differenziert nach Mitarbeitergruppe oder Personalbereich.
  3. Sachkonto + Kontierungsobjekt → Beleg. Beim eigentlichen Buchen wird zusätzlich die Kostenstelle aus dem Infotyp 0001 (oder einer Zusatzkontierung) gezogen, und FI-/CO-Belege werden parallel erzeugt.

Technisch wird der Buchungslauf über die Transaktion PC00_M99_CIPE (Buchungslauf anlegen) gestartet. Drei Laufarten sind möglich: P für den produktiven Buchungslauf, S für die Erstellung von Simulationsbelegen und T für einen reinen Testlauf ohne Dokumentation. Mit der Transaktion PCP0 werden die erzeugten Belege geprüft, freigegeben (F9) und gebucht (Umschalt+F6). Die Transaktion PC00_M99_CIPC dient als Vollständigkeitsprüfung — sie zeigt nicht gebuchte Abrechnungsergebnisse und nicht gebuchte produktive Buchungsläufe an.

Warum dieser Umweg über symbolische Konten? Weil sich der HR-Sachbearbeiter nicht um die Sachkontenstruktur kümmern soll — und weil ein Wechsel des FI-Kontenplans nicht jede einzelne Lohnart anfassen muss. Genau diese Trennung ist eine beliebte Klausurfrage.

Warum Lohnarten prüfungsrelevant sind

Lohnarten gehören zum harten Kern jeder SAP-HCM-Zertifizierung — egal ob du die UC_HCM_for_S4-Anwenderzertifizierung oder das Beraterexamen ablegst. Mehrere Gründe machen das Thema unverzichtbar:

  • Sie sind das Bindeglied zwischen Stammdaten und Abrechnung. Wer Infotyp 0008, 0014, 0015 kennt, aber nicht weiß, was die dahinterliegenden Lohnarten tun, hat die Hälfte des Bildes übersehen.
  • Sie verknüpfen HR mit FI und CO. Ohne Verständnis der Bewertungsklasse und der symbolischen Konten lassen sich Buchungsfehler nicht erklären — und genau danach wird gefragt.
  • Sie sind das Konfigurationsobjekt mit der höchsten Customizing-Dichte. Mit T512W, T512T, T511, T511IV_M, den Zulässigkeitstabellen, den Lohnartengruppen und den Modultabellen kommen schnell ein Dutzend Tabellen pro Lohnart zusammen.
  • Sie sind unternehmenskritisch. Eine falsch konfigurierte Kumulationsklasse führt zu falschen Steuerbescheinigungen, eine fehlerhafte Bewertungsklasse zu falschen Buchungen — beides sind Compliance-Risiken.

In der Anwenderzertifizierung werden Lohnarten typischerweise in Multiple-Choice-Fragen abgefragt, oft kombiniert mit Infotypen oder dem Abrechnungsprozess. Die Mischung aus auswendig zu lernenden Tabellenkürzeln (T512W, T512T) und konzeptionellem Verständnis (direkte vs. indirekte Bewertung, primär vs. sekundär) macht das Thema klausurrelevant — und gleichzeitig gut prüfbar.

Sieben Beispielfragen im Stil der UC_HCM-Anwenderzertifizierung

Frage 1: Welche Tabelle hält die abrechnungsrelevanten Eigenschaften einer Lohnart pro Ländergruppierung?
A) T511
B) T512W
C) T512T
D) T510
Antwort: B. T512W ist die Lohnartenbewertungstabelle mit allen Steuerflags. T512T speichert nur die sprachabhängigen Texte, T510 ist die Tariftabelle.

Frage 2: Wie erkennen Sie im SAP-System eine Sekundärlohnart?
A) Sie beginnt mit einem Buchstaben (M, B, …)
B) Sie beginnt mit einer Ziffer
C) Sie beginnt mit einem Schrägstrich „/"
D) Sie endet auf zwei Nullen
Antwort: C. Sekundärlohnarten (technische Lohnarten) werden während des Abrechnungslaufs vom System gebildet und beginnen am ersten Zeichen mit einem Schrägstrich, z.B. /101 für das Gesamtbrutto.

Frage 3: Welche der folgenden Aussagen zur indirekten Bewertung sind richtig? (Mehrfachauswahl möglich)
A) Indirekte Bewertung ist in den Infotypen 0008, 0014 und 0015 möglich.
B) Bei indirekter Bewertung muss der Sachbearbeiter den Betrag manuell eintragen.
C) Modul TARIF liest Beträge aus der Tariftabelle.
D) Eine Tariferhöhung erfordert bei indirekter Bewertung eine Massenänderung der Stammsätze.
Antwort: A und C. Bei indirekter Bewertung wird der Betrag automatisch aus einer Bewertungstabelle gelesen — eine Massenänderung der Stammdaten entfällt.

Frage 4: Welche Klasse steuert, in welche Summenlohnart (z.B. Gesamtbrutto /101) eine Lohnart einfließt?
A) Verarbeitungsklasse
B) Bewertungsklasse
C) Kumulationsklasse
D) Lohnartenklasse
Antwort: C. Die Kumulationsklasse legt fest, ob eine Lohnart in eine Summenlohnart wie Gesamtbrutto, Steuerbrutto oder SV-Brutto eingerechnet wird.

Frage 5: Wie viele Varianten gibt es für das Modul TARIF zur indirekten Bewertung — und wofür stehen sie?
A) Zwei Varianten (Brutto und Netto)
B) Drei Varianten (A, B, C)
C) Vier Varianten (A, B, C, D) mit unterschiedlichen Pflichtfeldern
D) Keine Varianten — das Modul TARIF ist eindeutig
Antwort: C. Das Modul TARIF stellt vier Ausprägungen bereit. Sie regeln im Detail, welche Kombination aus Tarifgruppe, Tarifstufe und Lohnart beim Zugriff auf die Tariftabelle als Schlüssel herangezogen wird — und welches dieser Felder dabei jeweils Pflicht, optional oder gar nicht erforderlich ist.

Frage 6: Welcher Ablauf beschreibt die Kontierung einer Lohnart in die Finanzbuchhaltung korrekt?
A) Lohnart → Sachkonto → Kostenstelle
B) Lohnart → Symbolisches Konto → Sachkonto
C) Lohnart → Kostenstelle → Hauptbuch
D) Lohnart → FI-Beleg ohne Zwischenstufe
Antwort: B. SAP HCM bucht nicht direkt auf Sachkonten, sondern ordnet jeder Lohnart über die Bewertungsklasse ein symbolisches Konto zu, das anschließend einem Hauptbuchkonto zugewiesen wird.

Frage 7: In welchem Infotyp ist die Mehrfacheingabe derselben Lohnart pro Abrechnungsperiode nicht möglich?
A) Infotyp 0008 (Basisbezüge)
B) Infotyp 0014 (Wiederkehrende Be- und Abzüge)
C) Infotyp 0015 (Ergänzende Zahlungen)
D) Infotyp 0057 (Mitgliedschaften)
Antwort: A. Bei den Basisbezügen lässt das System pro Lohnart nur einen Satz zu — sobald derselbe Schlüssel ein zweites Mal angelegt werden soll, blockt der Infotyp ab. Im Infotyp 0014 und im Infotyp 0015 sind dagegen mehrere parallele Einträge derselben Lohnart erlaubt, sofern die hinterlegte Eingabehäufigkeit dies vorsieht.

Fazit

Lohnarten sind das DNA-Molekül der Personalabrechnung in SAP HCM. Sie verbinden die manuelle Erfassung im Infotyp mit den automatischen Berechnungen des Abrechnungstreibers, mit den steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Summen, mit den FI-Buchungen und schließlich mit der Auszahlung an den Mitarbeiter. Wer T512W versteht, die Trennung zwischen primären, sekundären und Musterlohnarten beherrscht, die Bedeutung von Verarbeitungs-, Kumulations- und Bewertungsklassen kennt und den Kontierungsweg über symbolische Konten nachvollziehen kann, hat einen großen Teil der UC_HCM-Anwenderzertifizierung bereits in der Tasche.

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu vielen abstrakten SAP-Themen sind Lohnarten extrem konkret. Jeder Mitarbeiter mit einer Gehaltsabrechnung im Briefkasten hat sie schon gesehen — du musst nur die richtigen Begriffe dahinterlegen.

Wenn du deine UC_HCM-Vorbereitung jetzt vertiefen willst, sind die typischen Folgefragen: Wie wirkt sich eine Rückrechnung auf Lohnarten aus? Wie werden Lohnarten im Mitarbeiterlohnkonto dargestellt? Wie lese ich die Ergebnistabelle RT in Transaktion PC_PAYRESULT? All das baut auf dem hier gelegten Fundament auf.

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Offizielle Quelle

Die Inhalte dieses Artikels beziehen sich auf die offizielle SAP-Zertifizierung (UC_HCM_for_S4). Den verbindlichen, aktuellen Stand – Prüfungsaufbau, Themen und Voraussetzungen – findest du direkt bei SAP:

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