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Prüfungsvorbereitung11 Min. Lesezeit

SAP SD Prüfung 2026 — Vertrieb und Distribution meistern

25. März 2026·sapprep.de

SAP SD — das Modul, das Umsatz erzeugt

Während MM den Einkauf steuert, ist SD die andere Seite der Medaille: Sales & Distribution, auf Deutsch Vertrieb und Distribution. SD ist das Modul, das Kundenaufträge verarbeitet, Lieferungen steuert, Rechnungen erzeugt und Reklamationen bearbeitet. Kurz: Ohne SD käme kein Unternehmen zu seinem Geld.

Für dich als Umschüler oder Quereinsteiger ist das eine gute Nachricht: SD-Wissen ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Egal ob im Großhandel, der Fertigungsindustrie oder bei einem Logistikdienstleister — irgendwo laufen Kundenaufträge durch SAP SD.

Die User Certification dazu trägt den Code UC_SD_S42023 und gehört — genau wie MM, FI und EWM — zum SAP Pathways to Work (P2W) Programm. Sie ist explizit für Endanwender und Power-User konzipiert, nicht für Berater. Das bedeutet: Es geht darum, ob du die Prozesse beherrschst — nicht ob du das System konfigurieren kannst.

Prüfungsformat: Was dich bei UC_SD_S42023 erwartet

  • Prüfungscode: UC_SD_S42023
  • Anzahl der Fragen: 60
  • Bearbeitungszeit: 90 Minuten
  • Bestanden ab: 55 % (= mindestens 33 von 60 Fragen richtig)
  • Mit Auszeichnung: ab 75 % (= mindestens 45 von 60)
  • Fragetyp: Multiple Choice — teils eine, teils mehrere richtige Antworten
  • Negativpunkte: keine
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, weitere
  • Gültigkeit: 5 Jahre

Das Format ist identisch mit anderen P2W User Certifications. 1,5 Minuten pro Frage — wenn du die Prozesse verstehst, ist das ausreichend. Wenn du unsicher bist, markiere die Frage und komm später zurück.

Die 7 Themenbereiche der SD-Prüfung

SD ist ein prozessreiches Modul. Die Prüfung deckt den vollständigen Zyklus von der Anfrage bis zum Zahlungseingang ab. Das sind die sieben Bereiche, die du kennen musst:

1. Organisationsstruktur im Vertrieb

SAP SD hat eine eigene Organisationsstruktur — die sich von MM unterscheidet. Die wichtigsten Einheiten:

  • Verkaufsorganisation: Die verantwortliche Einheit für den Verkauf — vergleichbar mit der Einkaufsorganisation in MM
  • Vertriebsweg: Wie die Ware zum Kunden kommt — z.B. Direktverkauf, Handel, Internet
  • Sparte: Produktgruppen oder Geschäftsbereiche — z.B. Maschinen, Ersatzteile, Dienstleistungen
  • Verkaufsbereich: Die Kombination aus Verkaufsorganisation + Vertriebsweg + Sparte — das zentrale Zuordnungsobjekt in SD
  • Versandstelle: Wo die Ware physisch versendet wird
  • Werk: Liefert die Ware — Schnittstelle zu MM und Produktion

Prüfungstipp: Der Verkaufsbereich ist entscheidend — er bestimmt, welche Preise, Kunden und Materialien zusammenpassen. Lerne, wie er sich zusammensetzt und warum er so zentral ist.

2. Stammdaten im SD

Ohne gepflegte Stammdaten erzeugt SAP SD keinen einzigen Auftrag korrekt. Die drei wichtigsten Objekte:

  • Kundenstamm (Debitor): Nicht nur Name und Adresse — der Kunde hat mehrere Partnerrollen (Auftraggeber, Warenempfänger, Rechnungsempfänger, Regulierer) und sein Stammsatz ist auf drei Ebenen strukturiert: allgemein, Buchungskreis, Verkaufsbereich.
  • Materialstamm (Vertriebssicht): Das gleiche Material wie in MM — aber mit zusätzlichen Vertriebssichten, die liefernde Werke, Transportgruppen, Verfügbarkeitsprüfungsgruppen und Steuerkennzeichen enthalten.
  • Konditionsstamm: Die Preisfindung in SD basiert auf Konditionssätzen. Preise, Rabatte und Zuschläge werden als Konditionsarten in Findungsschemas hinterlegt. Du musst das Prinzip verstehen, nicht die Customizing-Details.

Zusätzlich gibt es Kundenmaterial-Informationssätze (Infosätze) — die Verknüpfung zwischen Kundenmaterialnummer und SAP-Materialnummer. Wichtig für Kunden, die eigene Materialnummern verwenden.

3. Der Verkaufsprozess — von der Anfrage zur Zahlung

Das ist das Herzstück der SD-Prüfung. Der klassische Verkaufszyklus:

  1. Anfrage (Inquiry): Der Kunde fragt an — optional, nicht immer Teil des Prozesses
  2. Angebot (Quotation): SAP erstellt ein verbindliches Angebot mit Preisen und Lieferterminen
  3. Kundenauftrag (Sales Order): Der Kern von SD. Hier werden Menge, Preise, Lieferdaten und Versandbedingungen festgelegt. SAP prüft Verfügbarkeit und berechnet Preise automatisch.
  4. Lieferung (Outbound Delivery): Auf Basis des Auftrags wird eine Lieferung angelegt — mit Kommissionierung und Versandabwicklung.
  5. Warenausgang: Die Ware verlässt das Lager — Bestand wird reduziert, Kosten gebucht.
  6. Faktura (Billing): Die Rechnung an den Kunden wird erzeugt — Debitorenbuchung in FI.
  7. Zahlungseingang: Der Kunde zahlt — Ausgleich in der Buchhaltung.

Prüfungstipp: Kenne die Belegfluss-Logik. Jeder Schritt erzeugt ein Dokument, das auf dem vorherigen basiert. Wenn du den Belegfluss im System nachverfolgen kannst, hast du SD verstanden.

4. Versandabwicklung und Kommissionierung

Der Versandprozess hat seine eigene Logik in SAP SD:

  • Lieferung anlegen: Manuell oder automatisch aus fälligen Aufträgen — gesteuert über Lieferdatum und Versandstelle
  • Kommissionierung (Picking): Die Ware wird im Lager bereitgestellt. Bei einfachen Lagern direkt in SD, bei komplexen Lagern über EWM oder WM.
  • Verpackung: Optional — Handlungseinheiten können in SD erstellt werden
  • Warenausgangsbuchung: Bestand wird abgebucht, Kosten werden gebucht, der Lieferprozess ist abgeschlossen
  • Batch-Verarbeitung: SAP erlaubt die Massenanlage und -bearbeitung von Lieferungen — wichtig für Unternehmen mit hohem Volumen

5. Verfügbarkeitsprüfung (ATP)

Kann das Material zum gewünschten Liefertermin geliefert werden? SAP prüft das automatisch beim Anlegen des Kundenauftrags — die sogenannte ATP-Prüfung (Available to Promise):

  • Was fließt in die ATP-Prüfung ein? Lagerbestand, offene Bestellungen, offene Fertigungsaufträge, bereits zugesagte Mengen
  • Ergebnis: SAP schlägt einen bestätigten Liefertermin vor — oder signalisiert Engpässe
  • Prüfungstipp: Verstehe das Konzept — welche Mengenarten erhöhen die ATP-Menge, welche reduzieren sie?

6. Reklamationen und Retouren

Nicht alles läuft reibungslos. SAP SD kennt verschiedene Folgebelege für Probleme nach der Lieferung:

  • Retoure: Der Kunde schickt Ware zurück — SAP legt eine Retourenlieferung und einen Wareneingang an
  • Gutschriftsanforderung: Preiskorrektur ohne Warenrückgabe — führt zu einer Gutschrift in der Fakturierung
  • Lastschriftsanforderung: Nachforderung — Preis war zu niedrig
  • Stornorechnung: Komplette Stornierung einer ausgestellten Rechnung

Prüfungstipp: Verstehe, wann welcher Belegtyp verwendet wird. Die Prüfung stellt gerne Szenarien, in denen du entscheiden musst: Retoure oder Gutschrift?

7. Monitoring und Analytics

SAP S/4HANA bietet umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten für den Vertrieb:

  • Auftragserfüllungsmonitor: Überblick über offene Aufträge, Lieferstatus, Fakturastatus
  • Vertriebsanalysen: Umsatz nach Kunde, Material, Verkaufsgebiet
  • Fiori-basierte Apps für Monitoring in Echtzeit

In der Prüfung werden keine Details zu Berichten abgefragt — aber grundlegendes Verständnis, welche Informationen wo zu finden sind, wird erwartet.

Typische Fallen in der SD-Prüfung

  • Partnerrollen verwechseln: Auftraggeber ≠ Warenempfänger ≠ Rechnungsempfänger. In Prüfungsfragen wird oft gefragt, welche Rolle für welche Funktion zuständig ist.
  • Verkaufsbereich vergessen: Fast alle SD-Stammdaten hängen am Verkaufsbereich. Wenn Customizing-Daten fehlen, liegt der Grund oft hier.
  • Belegfluss nicht kennen: In welcher Reihenfolge entstehen Auftrag, Lieferung und Faktura? Und welche Dokumente sind voneinander abhängig?
  • ATP-Konzept missverstehen: ATP prüft nicht nur den aktuellen Bestand — sie berücksichtigt auch zukünftige Zugänge und Abgänge.
  • Gutschrift vs. Retoure: Beides sind Kulanzprozesse — aber mit komplett unterschiedlichem Ablauf.

Deine Lernstrategie für UC_SD_S42023

Vier bis sechs Wochen strukturiertes Lernen reichen aus:

  1. Woche 1: Org-Struktur und Stammdaten. Zeichne den Zusammenhang auf: Buchungskreis → Werk → Verkaufsbereich. Verstehe, warum der Verkaufsbereich so wichtig ist.
  2. Woche 2: Den kompletten Verkaufsprozess. Folge einem Auftrag im Belegfluss: Auftrag → Lieferung → Warenausgang → Faktura.
  3. Woche 3: Versand, ATP und Reklamationen. Fokus auf Sonderfälle.
  4. Woche 4–6: Intensives Üben mit Prüfungsfragen und Simulation.

Das SD-Modul auf sapprep.de enthält gezielt formulierte Übungsfragen zu allen SD-Themenbereichen — im Stil der echten Prüfung, mit Erklärungen zu jeder Antwort. Kostenlos testen: 20 Fragen gratis auf app.sapprep.de.

Fazit: SD ist lernbar — wenn du den Prozess liebst

UC_SD_S42023 prüft, ob du Vertriebsprozesse in SAP wirklich verstehst. Nicht Konfiguration, nicht Programmierung — sondern Prozesslogik. Wer das lernt, hat nicht nur die Prüfung bestanden, sondern ist im Berufsalltag wertvoller Mitarbeiter.

55 % reichen zum Bestehen. Das klingt niedrig — aber SAP SD hat viele Details, die man leicht durcheinanderbringt. Übe mit echten Prüfungsfragen, nicht mit Karteikarten.

Hinweis: SAP® ist ein eingetragenes Warenzeichen der SAP SE. sapprep.de ist ein unabhängiges Lernportal und steht in keiner offiziellen Verbindung zur SAP SE.

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